Projektübersicht

Bachs Matthäuspassion ist nur ganz selten als Knabenchoraufführung zu hören – und das, wo Bach sie gerade für Knabenchor komponiert hatte! Nur wenige Knabenchöre trauen sich heute noch dieses musikalisch höchst anspruchsvolle Werk zu. Dabei ist die zarte Schönheit der jungen Stimmen unübertrefflich und berührt besonders in einem so dramatischen Musikwerk wie der Matthäuspassion. Der Hamburger Knabenchor nimmt dieses Wagnis 2019 an.

Kategorie: Gemeinnützig
Stichworte: Jugend und Bildung, Klassische Musik, Jungsföderung, Konzert, Knabenchor
Finanzierungs­zeitraum: 17.01.2019 11:44 Uhr - 30.03.2019 19:00 Uhr
Realisierungs­zeitraum: 30.03.2019

Worum geht es in diesem Projekt?

Seit einigen Jahren verfolgt der Hamburger Knabenchor das Konzept „jungs+klassik“. Entwickelt wurde das Konzept aus der Erfahrung heraus, dass gerade Kinder und Jugendliche klassische Musik besonders lieben, wenn sie nur früh genug herangeführt werden und Hemmschwellen erst gar nicht entstehen. Der Hamburger Knabenchor führt daher etwa zweimal im Jahr große Werke der Musikgeschichte als young people Konzerte auf. Dabei werden in speziell auf junge Zuhörer zugeschnittenen Werkeinführungen zunächst die jungen Konzertbesucher an das Werk herangeführt. In öffentlichen Proben und zwischen den Sängern sitzend lernen sie dann Teile des Werkes kennen. Mit diesem Vorwissen können junge Zuhörer die Aufführung anschließend mit ganz anderen Ohren hören.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Der Hamburger Knabenchor möchte mit der Aufführung das breite Publikum ansprechen, insbesondere aber auch junge Zuhörer gewinnen durch das bereits vorgestellte Konzept „jungs+klassik“. Dabei werden gezielt Schulklassen angesprochen und Kooperationen mit Musiklehrern angestrebt, die vorbereitend im Unterricht Bachs Musik thematisieren

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Wer als Kind die Klassik lieben lernt, findet darin einen Schatz, der ihn sein ganzes Leben bereichert. Im Alltag begegnen Kinder und Jugendliche aber immer weniger klassischer Musik. Schon im Kindergarten wird oft eher Pop gesungen als klassisches Liedgut, obwohl es doch gerade für Kinder so viel eingängiger und musikalisch bildender ist. Diese Tendenz setzt sich in der Schullaufbahn fort, häufig findet Musikunterricht ab der 3.Klasse schon gar nicht mehr statt. Auch in den Familien wird immer weniger musiziert. Der Chor möchte mit seinen Aufführungen dazu beitragen, eine Lücke zu schließen, die vielleicht schon in wenigen Jahren gar nicht mehr als eine solche empfunden werden könnte und der aktuellen Entwicklung entgegenwirken, dass wertvolles Kulturgut immer weiter verloren geht.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Die Aufführung der Matthäuspassion braucht ein großes Orchester, das ist teuer. Ebenso müssen die Solisten bezahlt werden und der Organisationsaufwand, um das junge Publikum an den Schulen zu erreichen. Zudem entstehen Kosten durch Werbung. All diese Kosten sind durch die Konzerteinnahmen nicht zu decken, zumal gerade für das junge Publikum die Schülerkartenpreise bewusst sehr niedrig bei 10 Euro gehalten werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Der Hamburger Knabenchor e.V. wurde 1960 im Norddeutschen Rundfunk gegründet und ist seit 1967 an der Hauptkirche St. Nikolai zu Hause, seit Herbst 2014 als Residenzchor. Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Rosemarie Pritzkat entstand seit 1991 eine Knabenchorschule, in der heute etwa 120 Jungen singen, die von Vorchören (4-6 Jahre) bis zum Konzertchor (9-25 Jahre) ausgebildet werden. Während und nach dem Stimmwechsel wird die Ausbildung in den Männerstimmen fortgesetzt. Anders als in den Internatschören können alle Sänger in ihrer gewohnten Schule und in der Geborgenheit ihrer Familie bleiben.
Der Knabenchor singt anspruchsvolle a cappella Konzerte und Oratorien sowie Gottesdienste in der Hauptkirche St. Nikolai und ist regelmäßig zu Gast in den großen Spielstätten Hamburgs, so gerade mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Laeiszhalle und in diesem Jahr bereits zweimal im Großen Saal der Elbphilharmonie. Dabei arbeitet der Knabenchor mit namhaften Orchestern zusammen wie Hamburger Camerata, Ensemble Resonanz, Hamburger Barockorchester, NDR Sinfonieorchester. Knabensolisten werden zudem für Festivalengagements und solistische Oratorien- und Opernauftritte gebucht, wie etwa für die Faust-Inszenierung am Thalia Theater sowie für die Uraufführung der Oper Frankenstein im Rahmen des Hamburger Musikfestes 2018..
Neben verschiedenen Preisen bei Jugend musiziert und deutschen Chorwettbewerben erhielt der Knabenchor auf dem internationalen Chorwettbewerb Shanghai 2002 den Preis als bester ausländischer Chor, 2009 den Jahrespreis der Oscar und Vera RITTER-Stiftung und 2012 den Jugendpreis der Karl H. Ditze Stiftung. Konzertreisen führten den Chor in zahlreiche Länder Europas und Übersee wie Südkorea, China, die USA und Argentinien.